Zivilgesellschaftliches Engagement trifft auf sozialdemokratische Strukturpolitik
Um es gleich vorwegzunehmen: Das WeltTellerFeld ist kein parteipolitisches Projekt. Es wurde 2021 nach längerer Planungsphase von einem breiten Bündnis aus NGOs und Umweltinitiativen ins Leben gerufen, darunter Brot für die Welt, der Ernährungsrat Wien, die Kleine Stadt Farm und Hallo Klima!. Getragen und vorangetrieben wird dieses großartige Projekt vor allem von engagierten Frauen wie Charlotte Kottusch, Mara Zöller und Anna-Maria Krulis.
Warum steht dieses Projekt aber genau hier bei uns?
Dass solche zivilgesellschaftlichen Initiativen in der Donaustadt im Allgemeinen und rund um Aspern im Speziellen so gut gedeihen können, ist kein Zufall. Es ist das direkte Resultat einer klaren sozialdemokratischen Handschrift in der Stadt- und Bezirkspolitik.
Wir als SPÖ setzen uns seit Jahrzehnten konsequent dafür ein, dass unsere Grünräume und Erholungsgebiete geschützt bleiben und nicht der reinen Gewinnmaximierung zum Opfer fallen. Die sozialdemokratische Stadtregierung schafft durch gezielte Förderungen, die Bereitstellung von Flächen und strukturelle Unterstützung genau jenen fruchtbaren Boden, den Vereine und NGOs brauchen, um solche Bildungsstätten zu realisieren. Bildung für alle zugänglich zu machen – unabhängig von der Herkunft oder der Geldbörse – ist ein sozialdemokratisches Kernanliegen. Das WeltTellerFeld ist ein Paradebeispiel dafür, wie erfolgreiche Politik der Zivilgesellschaft den Rücken stärkt.
Die Grundidee: 1 Mensch = 3.000 m²
Das Herzstück des Projekts ist eine 3.000 bis 3.500 Quadratmeter große Ackerfläche. Warum genau diese Größe? Weil es exakt jene landwirtschaftliche Fläche ist, die ein durchschnittlicher Mensch in Österreich für genau ein Jahr benötigt, um seinen aktuellen Lebensmittelkonsum zu decken.
Das Feld ist genau so bepflanzt, wie es der durchschnittlichen österreichischen Ernährung entspricht. Das liefert harte Fakten und überraschende Einblicke, ganz ohne erhobenen Zeigefinger:
Tierische Produkte (67 %): Zwei Drittel der weltweiten Fläche, die wir beanspruchen, werden nur für Weideland oder den Anbau von Futtermitteln (wie Soja) für Nutztiere verwendet.
Pflanzliche Ernährung (33 %): Nur ein Drittel dient dem direkten Anbau von Nahrung für uns Menschen, wie Gemüse, Obst oder Brotgetreide.
Ausland vs. Inland: 55 % unseres Flächenverbrauchs lagern wir ins Ausland aus (z.B. für Kaffee, Kakao, aber auch für massiv importiertes Tierfutter). Weniger als die Hälfte (45 %) liegt tatsächlich in Österreich.
Verblüffende Insights direkt vom Feld
Wer das WeltTellerFeld besucht, wird einige Aha-Erlebnisse haben. Zwei Beispiele:
Der Soja-Irrtum: Auf dem Feld wachsen repräsentativ fast 200 m² Soja. Doch nur 10 bis 13 % davon landen als Tofu oder Sojamilch auf unserem Teller. Die restlichen 87 bis 90 % wandern direkt in die Futtertröge von Tieren.
Die Gersten-Rechnung: Von 78 m² angebauter Gerste werden 57 m² an Tiere verfüttert. 18 m² fließen in die Bierproduktion, und gerade einmal winzige 3 m² werden direkt als Getreide vom Menschen konsumiert.
Bildung Erleben in Aspern
Das WeltTellerFeld ist nicht nur zum Anschauen da. Es bietet einen Audioguide, interaktive Stationen und einen Klimapfad. Besonders für Familien und Schulen in Aspern ist es ein wertvolles Ausflugsziel. Bei den beliebten "Pizza-Partys" für Kinder wird etwa spielerisch erforscht: Woher kommen die Zutaten für eine Pizza wirklich und wie viel Boden braucht es dafür?
Das WeltTellerFeld ist eine Bereicherung im Bezirk. Es zeigt, dass Aspern nicht nur ein Ort des Wohnens, sondern auch des Lernens, des Zusammenhalts und der ökologischen Verantwortung ist. Schaut vorbei, erlebt die globalen Zusammenhänge direkt vor unserer Haustür und lasst uns weiterhin gemeinsam an einem nachhaltigen, sozialen Aspern bauen!
Weitere Infos zu Öffnungszeiten und Führungen findet ihr direkt auf der Webseite des WeltTellerFelds: https://welttellerfeld.at/
Transparenzhinweis: Die SPÖ Sektion 3 Aspern steht in keiner organisatorischen Verbindung zum WeltTellerFeld, sondern spricht lediglich eine Empfehlung für diese lokale und gemeinschaftsfördernde Einrichtung aus.